Das THW

Technisches Hilfswerk (THW)

T wie Technik – H wie Hilfe – W wie weltweit. Sicher ist Ihnen das THW ein Begriff, ob aus dem Fernsehen, aus der Zeitung oder von Ihrem Homburger Ortsverband. THW-Helferinnen und -Helfer sind im Einsatz, retten Menschenleben und bergen Sachgüter, ob bei den Eisenbahnunglücken der letzten Jahre in Norddeutschland, bei den verheerenden Hochwassern an Rhein und Mosel oder zahlreichen anderen Einsätzen im Inland, bei denen kompetente technische Hilfe gefragt ist. Doch auch im Ausland sind die Helferinnen und Helfer mit dem Zahnrad sehr beliebt, ob als “Water-People“ bei der Trinkwasseraufbereitung in den Flüchtlingslagern in Somalia (1993) und in Zaire rund um Goma (1994-95) oder beim Aufbau von Flüchtlingslagern, wie zum Beispiel in Aserbaidschan oder nach den Erdbeben 1992 und 1995 in der Türkei. Die Männer und Frauen mit den ultramarinblauen Autos sind ein Garant für effektive Hilfe.
Das Technische Hilfswerk ist eine Bundesanstalt, die dem Bundesinnen- ministerium untersteht. In 665 Ortsverbänden engagieren sich ehrenamtlich tätige Helferinnen und Helfer im Bereich des Zivil- und Katastrophenschutzes. Das THW gliedert sich weiterhin in acht Länderverbände und 66 Geschäftsführerbereiche.

Können Sie sich eine spannende Freizeitbeschäftigung vorstellen, die Sie in vielfältiger Weise herausfordert, geistige und körperliche Flexibilität verlangt und bei der Sie gerneinsam mit anderen sinnvoll helfen können? Genau das bietet Ihnen das Technische Hilfswerk (THW). Die Helferinnen und Helfer des THW genießen aufgrund ihrer humanitären Einsätze im In- und Ausland ein hohes Ansehen in der Bevölkerung.

Dabeisein und mitmachen

Wollen Sie dabeisein – Ihrer Freizeit einen Sinn geben? Dann sollten Sie über 17 Jahre alt sein und eine gute körperliche Konstitution haben. Sie sollten bereit sein, sich in ein Team einzubringen und auch Zeit und Engagement mitbringen. Sie können sicher sein: es zahlt sich aus.

Sie erhalten eine interessante Ausbildung, die für Sie auch privat und beruflich von Nutzen sein kann. Gut ausgebildet sind Sie in der Lage, im Einsatzfall in Not geratenen Menschen zu helfen und technische Hilfe zu leisten. Nicht passiv bleiben, sondern aktiv helfen – ein gutes Gefühl!

Bei Einsätzen und Ausbildungen hat Ihre Mitarbeit im THW keinen finanziellen Nachteil für Sie. Bei solchen Anlässen ist die Freistellung der THW-Angehörigen von ihrer Arbeitsstelle gesetzlich geregelt. Lohn und Gehalt werden weitergezahlt. Der Arbeitgeber erhält diese Kosten auf Antrag zurück.

Für junge Männer ist das THW eine interessante und sinnvolle Alternative zum Wehr- und Zivildienst. Wenn Sie sich beim THW für mehrere Jahre verpflichten, besteht die Möglichkeit, sich vom Wehrdienst freistellen zu lassen. Dies bedeutet für Sie keine Unterbrechung des Berufsweges, Verbleib am Wohnort, steter Kontakt zu Familie, Freunden, dem vertrauten Umfeld.

Nähere Informationen zur Möglichkeit der Freistellung vom Wehrdienst geben hierzu die THW-Geschäftsstellen. Auch Mädchen und Jungen ab 10 Jahren können beim THW mitmachen. Fast jeder Ortsverband hat eine THW-Jugendgruppe. Diese bietet Jugendlichen spielend und altersgerecht eine sinnvolle Freizeitgestaltung.

Aktive Helferin / Helfer

Alle taktische Planung im THW dreht sich zunächst um die aktiven Helferinnen und Helfer, denn aufgrund ihrer Dienst- verpflichtung ermöglichen sie das unmittelbare Tätigwerden der Einsatz- organisation THW. Auf diese Menschen, die sich zum Dienst im THW verpflichtet haben, verläßt sich das THW.

Alle aktiven Helferinnen und Helfer leisten Jahr für Jahr mindestens 120 Stunden Dienst. Viele bringen sich weit darüber hinaus in das THW-Geschehen ein und machen damit dem Prädikat ‚aktiv‘ alle Ehre. Je nach Motivation haben sie hier ihre Aufgabe oder ein befriedigendes Hobby gefunden.

Reservehelferin / Reservehelfer

Bis zum Ende der Verpflichtungszeit haben die THW-Helfer und Helferinnen eine umfangreiche Ausbildung genossen. Auch im Beruf haben sie sich gewiß weiterentwickelt, und mit all dem Wissen sind sie zu äußerst wertvollen Könnern im Ortsverband geworden. Weil aber inzwischen noch andere Dinge im Leben wichtig geworden sind, ist die Freizeit knapper bemessen, und der Wegfall der Dienstpflicht wird zur Erleichterung.

Der THW-Ortsverband, der solche Helferinnen und Helfer aber weggehen läßt, spielt mit seinem Kapital, denn er lebt von den Erfahrenen und besonders Motivierten.

Der Status Reservehelferin/Reservehelfer ermöglicht einen Kompromiß, der beiden Seiten dient. Das THW erwartet von den Reservehelferinnen und -helfern ohne Zwang nur einen Bruchteil der jährlichen Dienst- stunden. Nur wenn es fachlich knifflig wird, sollen sie ran, oder wenn die Aktiven sich im Einsatz bereits rund um die Uhr abwechseln. Damit auch mit Reservehelferinnen und -helfern die Hilfe mit dem Zahnrad wie ein Uhrwerk läuft, gehören sie weiter zu ihren eingespielten Gruppen, so daß der Zusammenhalt weiter besteht.

Im THW kommt den Reservehelferinnen und -helfern eine starke Bedeutung zu. Erstrangig sollen in der Helferreserve das Wissen und die Erfahrung der THWler erhalten bleiben, die sich nicht mehr in vollem Umfang am aktiven Dienst beteiligen können. Im Idealfall bleiben die Reservehelferinnen und -helfer direkt ihren bisherigen (Teil-)Einheiten zugeordnet, um den persönlichen Kontakt zu der eingespielten Mannschaft zu behalten. Die Reservehelferinnen und -helfer verfügen meist über hohe berufliche Qualifikation und haben eine urnfangreiche THW-Ausbildung erhalten, sie sind und bleiben damit wertvolle Spezialisten in ihrer Einheit.

Den Technischen Zügen und deren Gruppen ist eine bestimmte Zahl an Reservehelferinnen und -helfern in Höhe von einem Drittel der Soll-Stärke der aktiven Helfer zugeordnet.

Althelferin / Althelfer

Auf 60 Jahre hat das THW das Alter festgelegt, in dem aktive Helferinnen und Helfer oder Reservehelferinnen und -helfer aus den Einheiten ausscheiden müssen. Auf Antrag können sie jedoch Althelferin oder Althelfer werden. Sie können nur noch mit ihrem Einverständnis zur Technischen Hilfe herangezogen werden. Sie nehmen nicht mehr an den regelmäßigen Dienstveranstaltungen, sehr wohl aber an den gesellig- kameradschaftlichen Zusammenkünften teil.

In vielen Ortsverbänden (OV) sind heute Althelfer eine wichtige Stütze des OV-Lebens.

Übrigens müssen Sie nicht erst 60 Jahre alt werden, um Althelferin bzw. Althelfer zu werden.

Junghelferin / Junghelfer

Im THW gibt es natürlich auch Jugendliche. Ab einern Alter von zehn Jahren erfahren Mädchen und Jungen in der THW-Jugend e.V. spielend, mittels Technik zu helfen. Sie lernen viele neue Freunde kennen und allerhand Praktisches für zu Hause. Auch Spaß und Freude kommen nicht zu kurz.

THW-Junghelferinnen und -helfer sind mit ihrer Vorbildung der willkomrnene Nachwuchs für die Ortsverbände.

Von der Junghelferin bis zum Althelfer – sie alle sind Menschen, die eine kleine, zupackende Gemeinschaft bilden, die in der Not mit Kniff und Fingerspitzengefühl an der richtigen Stelle anfaßt. Keine farblosen, gelegentlichen Mitmacher, sondern engagierte Persönlichkeiten, die mit Herz und Verstand helfen.

Die Ausbildung

Die Ausbildung der ehrenamtlichen THW-Helferinnen und Helfer orientiert sich an einsatztaktischen Forderungen für die Einheiten und Teileinheiten. Das THW hat eine Gliederung in Führer, Unterführer, Helfer in Sonderfunktionen, Fachhelfer und einen Ortsverbands-Stab (OV-Stab). Die Helferinnen und Helfer werden für ihre Tätigkeit in den verschiedenen Fachgruppen möglichst nach ihren beruflichen Kenntnissen ausgewählt. Die Helferinnen und Helfer der Fachgruppe Elektroversorgung sollen beispielsweise aus elektrotechnischen Berufen stammen, wenn sie nicht in einer Funktion Dienst tun (z.B. Kraftfahrer), für die andere Qualifikationen wichtiger sind.

Inhalt, Intensität und Systematik der Ausbildung sind der THW-Struktur angepaßt. THW-Ausbildung findet in den Einheiten selbst, auf regionaler Ebene, an THW-Schulen oder bei externen Ausbildungsträgern statt. Die Ortsverbands-Ausbildungsbeauftragten organisieren die Grundausbildung im Ortsverband.

Die Grundausbildung

Alle THW-Helferinnen und Helfer erhalten eine einheitliche Grundausbildung. Das Ziel ist eine einheitliche Befähigung im Umgang mit THW-üblichen Werkzeugen und Geräten.

Die Grundausbildung erfolgt am Standort durch ehrenamtliche Helferinnen und Helfer. Sie umfaßt ca. 100 Stunden und schließt mit einer Prüfung ab. Sie ist vorgesehen für neu eingetretene THW-Angehörige. Bevor diese Helferanwärterinnen und -anwärter dem Technischen Zug oder dem OV-Stab zugewiesen werden können, müssen sie außerhalb der Einheit die Grundausbildung absolviert haben.

Die Anwärterinnen und Anwärter werden in einer Grundausbildungs-Gruppe, bei Bedarf auch aus mehreren Ortsverbänden, zusammengefaßt Für sie stehen daher zusätzliche Planstellen zur Verfügung, die einem Achtel der aktiven Sollstärke des Ortsverbandes (OV) entsprechen. Erst nach erfolgreichem Abschluß der Grundausbildung stehen diese Helferinnen und Helfer für den Einsatz zur Verfügung.

Die Fachausbildung

Alle Helferinnen und Helfer der Fachgruppen des Technischen Zuges erhalten von ihren Unterführern eine fachgruppenspezifische Ausbildung, die sie befähigt, mit den Geräten und Arbeitsmethoden ihrer Einheit den Einsatzauftrag zu erfüllen.

Bereichsausbildung

In jeder Fachgruppe gibt es Helferinnen und Helfer mit Sonderfunktionen, die nicht mit den Kenntnissen aus der Grund- und Fachausbildung beherrschbar sind. Für folgende Funktionen bilden ehrenamtliche Bereichsausbilder die Helferinnen und Helfer im Geschäftsführerbereich aus:

Kraftfahrer Kl. 2
Sprechfunker
Atemschutzgeräteträger
Sanitätshelfer
Köche
Die Grund-, Fach- und Bereichsausbildungen finden am Standort, vielfach im Ortsverband, statt.

Ausbildung an THW-Schulen

Neben der Standortausbildung unterhält das THW eigene Ausbildungsstätten (in Hoya bei Bremen und Neuhausen bei Stuttgart). Schulische Ausbildung ist immer dann von Vorteil, wenn

Spezialwissen und didaktische Fähigkeit des Lehrers
eine Vielzahl teurer Ausbildungsgeräte
ein besonders hergerichtetes Übungsgelände
Vermittlung bundeseinheitlicher Vorgaben oder
Einhaltung gesetzlicher Vorgaben
für die Ausbildung erforderlich sind.
Besonders die Ausbildung von Führungskräften im Fachkunde- und Führungsbereich ist davon betroffen. Dazu zählen auch die Funktionskräfte des OV-Stabs. Darüber hinaus muß ein Teil der Helferinnen und Helfer für Sonderfunktionen (z. B. Bergungsräum- gerätefahrer, Bootsführer, Maschinisten, Sprenghelfer, Technische Ortung) im oben genannten Sinne schulisch ausgebildet werden.

Die Auslandseinsätze des THW erfordern aufgrund ihrer Größe und der komplexen Einbindung in internationale Hilfsaktionen eine fundierte Ausbildung zum Beispiel für

fremde Kulturen
Projektmanagement und angepaßte Technologie
Logistik
Gesundheitswesen/Hygiene
psychologische Vor- und Nachbereitung

Führungskräfteausbildung

Alle Führungskräfte im THW erhalten die gleiche Basisausbildung. Die einwöchige ‚Basisausbildung Führungskräfte THW‘ vermittelt allen künftigen Führern und Unterführern grundsätzlich Handlungskompe- tenz für ihre Funktion im THW. Truppführern genügt dieser Lehrgang im wesentlichen für die Alltagstätigkeit. Lehrgangsinhalte sind u.a. Aufbau und Struktur des THW, Gliederung und Aufgaben der Teileinheiten, Einsatzdurchführung und -überwachung, fachliche Grundkenntnisse (Führung, Arbeitssicherheit, Hygiene, Unfallverhütung, Grundlagen der Ausbildungslehre und der Menschenführung). Auf diese Ausbildung folgt die jeweilige Gruppenführerausbildung oder auch die Funktionsausbildung für den OV-Stab.

Besonders qualifizierte Führungskräfte können nach der Basisausbildung direkt zum Zugführer ausgebildet werden.

Der zweiwöchige Gruppenführerlehrgang beinhaltet die Position des Gruppenführers im THW, die fachliche Aufgabe, Grundlagen der Menschenführung, Methodik der Ausbildung, Einsatzdurchführung, Beurteilung von Einsatzsituationen und Aufgaben- delegation.

Der Gruppenführer stellt den fachlichen Experten und Kristallisationspunkt allen fachlichen Wissens seiner Fachgruppe dar. Er ist der fachtechnische Führer und Ausbilder seiner Gruppe.

Die Einsatzstruktur des Technischen Zuges erfordert eine moderne Zugführerausbildung, Lehrgangsinhalte sind unter anderem: Aufgabe und Funktion des Zugführers, Führungs- und Einsatzgrundsätze des THW. Der angehende Zugführer soll befähigt werden, den Einsatz des Technischen Zuges im Auftrag über- geordneter Stellen zu leiten und dabei die vielfältigen Aufgaben der Fachgruppen zu koordinieren. Er leitet den Einsatz im Sinne des Proiektmanagements. Er koordiniert und überwacht Ausbildung und Übungen innerhalb des Zuges.

Fortbildung

Zusätzlich zu den genannten Ausbildungsgängen gibt es Fortbildungsmöglichkeiten, die auf besondere Neigungen und Eignungen eingehen. Vermittlung von Erkenntnissen aus dem praktischen Einsatzgeschehen, technische Neuerungen und Verbesserungen der Ausstattung werden hier ebenso angeboten wie Optimierung und zeitgemäße Anpassung der Zugführer- und Gruppenführertätigkeit, Methodik und Didaktik der Ausbildung, Menschenführung und Taktik. Es wird viel Wert auf die Fortbildung gelegt, um auch die Erfahrungen aus In- und Auslandseinsätzen weitergeben zu können.

Haben wir Ihr Interesse am THW geweckt? Dann schauen Sie doch einfach bei Ihrem Ortsverband Homburg/Saar vorbei

Ein Gedanke zu “Das THW

  1. Super Team:) haben ein gutes Jahr mit euch gehabt, das BUJULA war doch ziehmlich gut gelaufen.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.